Fred und Carlotta - 10. Kapitel

Wir leben Schule - bunt und vielfältig


10. Kapitel

Kater Yoda weiß von nichts

In den vergangenen Tagen hatten die Politiker immer strengere Regeln aufgestellt, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Offenbar taten sie alles, um zu verhindern, dass sich die Menschen gegenseitig ansteckten. Papa hatte Fred erklärt, dass dieses Virus sich in anderen Ländern so schnell ausgebreitet hatte, dass die Krankenhäuser hoffnungslos überfüllt waren. „Das wollen sie hier besser machen“, hatte er betont und seine Miene sagte Fred, dass die Lage ernst sein musste. In den Kindernachrichten auf KIKA, die Fred abends mit Papa gemeinsam schaute, hatten sie erklärt, dass die Menschen jetzt unbedingt zuhause bleiben und sich auf gar keinen Fall mit mehreren zum Feiern, Sport machen oder Spielen treffen sollten. Man durfte zwar noch einkaufen und mit Familienmitgliedern, bzw. mit Leuten, mit denen man in einem Haus wohnte, gemeinsam spazieren gehen. Für alle anderen galt aber die strenge Abstandsregel: Keine Umarmungen mehr, kein Gerangel, kein Kräftemessen mit den Freunden. Das konnte man in diesen Zeiten höchstens mit den Eltern oder Geschwistern machen. Wer sich nicht daran hielt musste unter Umständen viel Geld als Strafe bezahlen.

Papa wollte deshalb nicht, dass Fred alleine loszog. Und so hielt sich Fred wohl oder übel in ihrer kleinen Wohnung auf. Aber das gefiel ihm gar nicht. Unruhig lief er in seinem Zimmer auf und ab…vom Bett zum Schrank, vom Schrank zurück zum Bett. Er fühlte sich wie ein eingesperrter Tiger im Käfig. Schließlich blieb er missmutig am Fenster stehen und starrte hinunter auf die menschenleere Straße. Was sollte er auch sonst tun? Papa sortierte im Wohnzimmer einige Papiere und wollte nicht dabei gestört werden. Wie gerne wäre Fred jetzt rausgegangen und hätte sich ein wenig in der Gegend umgesehen. Aber das durfte er ja nicht. Versonnen blickte er nach unten und entdeckte Kater Yoda, wie er die verlassene Straße entlang trabte. Yoda gehörte dem alten Ehepaar, das in dem Haus ganz am Ende der Straße wohnte. Bestimmt wunderte sich Yoda auch, warum außer ihm keine Menschenseele unterwegs war. Fred erinnerte sich, wie die Nachbarn damals den Kater als kleines Kätzchen von einem Bauernhof geholt hatten. Er hatte mitbekommen, wie sie das schwarz-weiße Kätzchen aus dem Auto ins Haus tragen wollten und fand den kleinen Kater so süß, dass er am liebsten sofort auch einen bekommen hätte. Aber Papa hatte gesagt: „In unserer Dreizimmerwohnung hat ein Tier viel zu wenig Platz. Außerdem muss ich so viel arbeiten, dass ich gar nicht die Zeit hätte, mich genug um dieses Tier zu kümmern.“ Alles Bitten und Betteln hatte damals nichts gebracht. Papa war bei seiner Meinung geblieben. Fred bekam kein Haustier.

Von da an war Fred regelmäßig zu den Nachbarn gegangen und hatte gefragt, ob er ein bisschen mit dem Kätzchen spielen dürfte. Die beiden hatten nichts dagegen. Schließlich hatten sie sogar Fred erlaubt, den Namen für das Kätzchen auszusuchen. Er hatte lange überlegt und eine ganze Liste möglicher Namen auf ein Blatt geschrieben, aber am Ende war der außergewöhnlichste und einfach passendste Name für diesen Kater, der Name ` Yoda´  gewesen. Yoda, wie der Meister Yoda aus den Star-Wars-Filmen, die er ja eigentlich noch nicht gucken durfte, weil sie erst ab 12 Jahren freigegeben waren. Aber sein Papa mochte solche Filme und da hatte Fred eines Abends doch mitbekommen, dass es diesen Yedi-Meister Yoda gab, der so komisch sprach, aber unglaublich klug und weise war. Mit seiner grünen, runzeligen Haut und den spitzen Ohren hatte sein Kopf in Freds Augen Ähnlichkeit mit dem einer Katze…Zuletzt war er sich sicher:  Yoda sollte er heißen.      

Nun lief Yoda die Straße entlang und schien tatsächlich keine Ahnung zu haben von alldem, was zurzeit so in der Welt passierte. Für ihn war es ein Tag wie jeder andere. Er würde sich auf die Jagd nach einem Mäuschen machen und wenn er genug gejagt hatte, würde er es sich irgendwo an einem sonnigen Plätzchen gemütlich machen und ein ausgiebiges Schläfchen halten. „Katze müsste man sein“, dachte Fred neidisch und blickte träumend aus dem Fenster.

Und was sollte er nun machen? Da kam Fred eine Idee: Er kramte Stifte und seinen Zeichenblock hervor und malte Kater Yoda, wie er herumstreunte, um sich, wo immer er wollte, einen schönen Schlafplatz zu ergattern und wenn es auf dem abgesperrten Spielplatz war, den Fred ja jetzt schon eine halbe Ewigkeit  nicht mehr betreten durfte. Aber in seiner Fantasie war alles erlaubt…Er würde seine Träume auf einem Blatt festhalten. Das konnte ihm keiner verbieten.  

 

© Margarete Reinberger

          

Idee:

Male dich selbst mit einer großen Gedankenblase über deinem Kopf. Was träumst du gerade? Wo wärst du jetzt gerne? … oder fotografiere dich mit deinem Haustier und spiele ein wenig mit ihm. Du kannst mir auch von deinem Haustier schreiben oder davon, welches Tier du gerne hättest. Wenn du dich näher über ein Tier und die Pflege des Tieres informieren möchtest, schau doch mal im Netz unter www.fragfinn.de oder www.blinde-kuh.de Ich bin gespannt, was du mir schickst. 

 

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Bilder zu Kapitel 10: "Kater Yoda weiß von nichts"


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