Fred und Carlotta - 12. Kapitel

Wir leben Schule - bunt und vielfältig


12. Kapitel

Homeoffice für Kinder

Freds Papa hielt viel von einem geregelten Tagesablauf. Und wenn er zurzeit auch zuhause war, weil seine Firma die Möbelproduktion wegen der Corona-Gefahr völlig eingestellt hatte, stand er morgens früh auf und weckte Fred spätestens um 9.00 Uhr.

Fred war ohnehin kein Langschläfer. Nachdem die beiden gemeinsam gefrühstückt hatten, las Papa die Zeitung und Fred setzte sich an die Aufgaben, die Frau Samira ihm jeden Montag für die Woche per Email zuschickte. Fred und Papa hatten zuhause keinen Drucker. Wofür auch? Im normalen Alltag mussten sie nichts ausdrucken und Fred bekam doch im Normalfall alle Zettel von der Lehrerin in der Schule. Jetzt war das anders. Das hier war wirklich alles andere als der ` Normalfall´. Aber ihre Lehrerin wusste, dass nicht alle Eltern einen Drucker hatten und gab ihnen Tipps, wie sie die Aufgaben auch ohne Ausdrucke bearbeiten konnten. Papa hatte zudem noch gerade vor der Schließung des Schreibwarenladens 3 Schreibhefte und zwei Zeichenblöcke gekauft. Tatsächlich waren inzwischen alle Geschäfte geschlossen, außer die Lebensmittelmärkte. Okay, die Tankstelle war auch noch offen, aber da gab es keine Schulhefte. 

Fred machte sich an die Arbeit. Er schaute sich auf Papas Laptop die Aufgaben des Wochenplanes an. Dann fing er einfach oben mit der ersten Aufgabe an. So würde er den Überblick behalten, auch wenn er keine Häkchen in diesen Plan einfügen konnte. Irgendwie war das schon anders als in der Schule, denn dort hatten sie noch Sachunterricht, Englisch, Kunst, Musik, Religion und Sport. Frau Samira hatte ihnen zu den Deutsch- und Matheaufgaben lediglich noch eine Sachunterrichtsaufgabe mitgeschickt, die sie bearbeiten konnten.

Fred kaute an seinem Stift. Mathe fand er eigentlich besser als Deutsch. Aber genau deshalb fing er mit den Deutschaufgaben an. Dann hatte er die schon mal hinter sich.

Zu schwer waren die Aufgaben nicht, die die Lehrerin für die Kinder ausgesucht hatte. Und sie schickte auch immer eine Lösung mit….Vielleicht sollte er da einfach mal draufschauen. Dann wäre er ganz schnell fertig damit. Aber ausgerechnet als er gerade die Seite geöffnet hatte, auf der die Lösung stand, steckte Papa seinen Kopf zur Tür herein. Er sah was Fred da machte und wies ihn zurecht: „Das geht so nicht, Fred. Wenn du richtig Lesen und Schreiben lernen möchtest, musst du schon selbst denken!“ Fred murrte lustlos. Aber Papa blieb streng. „Wenn ich mich nicht auf dich verlassen kann, muss ich die Seite löschen“, ergänzte Papa und duldete keine Widerrede. Das wollte Fred nun auch wieder nicht.

Als Fred mit einer kurzen Pause zwischen Deutsch und Mathe sein Tagespensum bearbeitet und Papa die Aufgaben kontrolliert hatte, legte er die Hefte beiseite. Für heute war sein`  Homeoffice´  beendet.

Die Zeitung lag im Wohnzimmer noch immer aufgeschlagen auf dem Tisch. Da war eine große Weltkarte abgebildet und darüber erstreckten sich Pfeile. „Was bedeuten diese Pfeile, Papa?“ Fred schaute sich die Sache genauer an. Papa deutete auf die Karte: „Schau mal, man nimmt an, dass das Corona-Virus hier in China zuerst aufgetreten ist. Papa deutete auf eine große Fläche auf der rechten Seite der Karte. Von dort haben sich die Viren mit Reisenden über die ganze Welt verbreitet. Die Pfeile zeigen den Weg, den die Viren vermutlich genommen haben.“ Fred betrachtete gebannt die Weltkarte. Er fand andere Länder, die er kannte. Da war das Land, das so aussah wie ein Stiefel des gestiefelten Katers aus seinem Lieblingsmärchen – Italien. Deutschland lag oberhalb des Stiefels und wenn der Stiefel richtig ausholen würde und schießen….ja dann träfe er bestimmt Spanien, dass auf der Karte wie ein zu groß geratener viereckiger Fußball aussah. Die Pfeile deuteten auf all diese Länder. Dieses Virus hatte sogar keinen Halt vor den großen Ozeanen gemacht. Es war inzwischen tatsächlich schon bis nach Amerika vorgedrungen. „Weißt du denn wie das heißt, wenn sich eine Krankheit über die ganze Welt ausbreitet?“, stellte Papa jetzt Fred ein Rätsel. Fred hatte das Wort irgendwo schon mal gehört: „Irgendwas mit P, Pa, Pan….“, Fred grübelte. „Ich hab´ s!“, rief er: „Pandemie. Es ist eine 'Pandemie´, wenn sich eine Krankheit über die ganze Welt verbreitete.“ Freds Papa nickte bestätigend.

„So und jetzt lass uns gemeinsam das Mittagessen kochen“, schlug Papa vor. „Was wollen wir machen?“ „Reibekuchen mit Apfelmus“, wünschte sich Fred. Und so zogen sich die beiden ihre Kochschürzen an und spielten, dass sie 5-Sterne-Köche wären, die ein ganz besonderes Essen zubereiteten.       

   

© Margarete Reinberger

 

Idee:

Nimm dir einen Kinderatlas oder schau im Netz nach einer Weltkarte. Suche mal China und Deutschland. Welche Länder kennst du noch (Italien, Spanien, England, Amerika)? Mach dich schlau!   

Wenn du darfst, kannst du vielleicht auch deiner Mama oder deinem Papa beim Kochen oder Backen helfen. Was kochst/backst du?

Natürlich freue ich mich auch über ein gemaltes Bild zu diesem Kapitel.

Mach wieder mit…Sei einfach dabei!

 

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