Fred und Carlotta - 13. Kapitel

Wir leben Schule - bunt und vielfältig


13. Kapitel

Lisa lebt in Quarantäne

Carlotta saß mit ihrer Mama und den beiden Geschwistern am Frühstückstisch. Christians Erkältung hatte sich Gott sei Dank nicht zu etwas Schlimmerem entwickelt. Es war bei einer laufenden Nase geblieben und es ging ihm schon wieder viel besser.   

Carlotta saß heute jedoch am Tisch ohne viel zu sagen. Mama wunderte sich. Wurde Carlotta etwa krank? Aber Carlotta dachte nur an ihre beste Freundin Lisa. Sie vermisste sie momentan irgendwie besonders. 

Lisa lebte auf der anderen Seite des Ortes. Carlotta hatte sich sonst oft mit ihr getroffen. Gerne waren die beiden auch zusammen am Reitstall. Aber dort durften sie in dieser Zeit nicht mehr hin. So hatten sie sich schon gute zwei Wochen nicht mehr gesehen. Lisa fehlte Carlotta so sehr, dass ihr das Herz ganz schwer wurde. Auch die anderen vermisste sie. Fred hatte sie nur einmal kurz auf der Straße mit seinem Vater gesehen. Sie hatten sich von weitem zugewinkt mehr nicht. Sonst waren sie täglich gemeinsam zur Schule gegangen. Aber jetzt sah man sich kaum noch, weil alle Menschen zuhause bleiben und Abstand halten sollten. „Wann ist diese blöde Zeit endlich mal vorbei?“, dachte Carlotta betrübt.   

Mama sah Carlotta an, dass sie traurig war. „Was ist los?“, fragte sie nun ihre Große und Carlotta erzählte ihr, was sie so traurig machte. „Vielleicht möchtest du deine Freundin einfach mal anrufen?“, schlug Mama vor. „Oh ja!“, jubelte Carlotta. „Aber erst nach den Schulaufgaben!“, bestimmte Mama. „Na gut, aber sofort, wenn ich fertig bin, okay?“, verhandelte Carlotta. Mama erlaubte es.

Als Carlotta ihre Aufgaben erledigt hatte, griff sie zum Telefon. Am anderen Ende der Leitung meldete sich tatsächlich direkt ihre Freundin Lisa. „Hallo Lisa, wie geht es dir?“, fragte Carlotta, überglücklich darüber, endlich wieder die vertraute Stimme ihrer Freundin zu hören. „Oh, es ist ziemlich langweilig hier“, entgegnete Lisa. Und sie erzählte: „Papa hat sich dieses blöde Virus eingefangen. Er ist krank und weil wir mit Papa zusammen waren, sind Mama und ich Corona-Verdachtsfälle. Jetzt dürfen wir alle drei das Haus gar nicht mehr verlassen.“ Carlotta erschrak und konnte gar nicht fassen, was ihre Freundin da erzählte. „Wo hat sich dein Papa denn angesteckt?“, wollte Carlotta nun wissen. „Ach, der Papa macht doch jedes Jahr eine Woche Skiurlaub ohne uns, weil Mama nicht gerne Ski fährt. Dann fährt er mit seinen Freunden vor den Osterferien nach Österreich. Und in dem Ort, wo er war, muss das Virus ganz viele Menschen angesteckt haben. Als Papa nach Hause kam, ging es ihm gar nicht gut. Er hat Fieber gekriegt und Gliederschmerzen. Er hat uns erzählt, dass er auch gar nichts mehr richtig schmecken kann. Sein Geschmackssinn ist zurzeit irgendwie weg.“ Lisa erzählte und erzählte. Carlotta bekam am anderen Ende der Leitung den Mund vor Staunen gar nicht mehr zu. Still und betroffen lauschte sie den Erzählungen ihrer Freundin. „Papa darf nun nicht einmal mehr sein Zimmer verlassen. Und er benutzt auch nur die Gästetoilette, damit Mama und ich uns nicht anstecken“, schilderte Lisa. Sie selbst hatte, obwohl sie den Papa zur Begrüßung in den Arm gesprungen war, keine Symptome der Krankheit und ihre Mama blieb ebenso verschont. „Das Gesundheitsamt hat uns aufgefordert auf direktem Weg zu einem Krankenhaus zu fahren, wo ein Arzt Proben genommen hat. Aber das ist überhaupt nicht schlimm“, beruhigte Lisa ihre Freundin Carlotta. „Da gehen die dir nur mit so einem Wattestäbchen durch den Hals und in die Nase. Der Arzt hat mir erklärt, dass da die Corona-Viren sitzen, wenn man sich angesteckt hat. Das Stäbchen kommt dann in ein Röhrchen und wird zur Untersuchung ins Labor gebracht. Das Ergebnis wurde uns erst zwei Tage später telefonisch mitgeteilt. Wir mussten auf direktem Weg wieder nach Hause fahren. Und ab dem Tag wurde uns verboten unser Haus zu verlassen.“

In Carlottas Kopf schlugen die Bilder Purzelbäume. Sie hatte immer gedacht, dass Corona so weit weg sei von ihnen allen und da hörte sie, dass es der Papa ihrer Freundin schon längst hatte. „Und wie geht es dir in Quarantäne?“, fragte sie nun hörbar besorgt. „Nun, es ist langweilig. Aber unsere Nachbarn helfen uns, dass wir wenigstens was zu essen bekommen. Sie kaufen für uns ein und stellen uns dann eine Tragetasche vor die Haustür. Die holt Mama dann später rein. Wir sollen uns auf keinen Fall berühren. Und das Ganze werden wir jetzt mindestens zwei Wochen so machen müssen“, schilderte Lisa die Situation. „Ich male und bastele eben viel. Und ich gucke auch mehr Fernsehen als sonst. Aber Mama schimpft nicht. Ich bin so froh, wenn das irgendwann alles vorbei ist und wir uns endlich wiedersehen“, fügte sie voller Sehnsucht hinzu. „Ja, ich auch“, pflichtete Carlotta ihrer Freundin bei. „Weißt du was, ich rufe dich jetzt öfter an“, versprach sie. Und Lisa freute sich schon auf das nächste Mal. „Pass auf dich auf und bleib gesund!“, rief Carlotta noch bevor sie auflegte.            

© Margarete Reinberger

 

Idee:

Lisas Papa kann nicht mehr richtig schmecken. Aber du kannst das. Mach doch mal ein `  Schmeckspiel´  mit deiner Familie.

 

Dafür brauchst du:

-mehrere Schälchen mit verschiedenen essbaren Dingen (Obst oder Rohkost eignet sich hervorragend, aber auch Süßigkeiten)

-einen Schal

 

Nun bekommt ein Familienmitglied die Augen verbunden und man gibt ihm/ihr etwas aus den Schälchen. Achtung! Bitte momentan besonders auf Hygiene achten und nicht für alle dieselbe Gabel (Käsespieß oder Zahnstocher) verwenden. Jeder sollte seine eigene haben. Nun muss derjenige, der die Augen verbunden hat, alleine am Geschmack feststellen, was er gerade isst.

Wenn du Lust hast, mehr zu erfahren, kannst du dich mal im Internet über die 5 Sinne informieren. Welche 5 Sinne gibt es? Fallen dir noch andere Sinnesspiele ein, die ihr miteinander ausprobieren könnt? Sei kreativ!

 

Auf eure Bilder freue ich mich auch schon wieder. Es ist mir eine echte Freude zu sehen, was ihr alles aus meinen Geschichten macht. Herzlichen Dank dafür!       

 

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