Fred und Carlotta - 17. Kapitel

Wir leben Schule - bunt und vielfältig


17. Kapitel

Ein kleines Dankeschön

Es war mal wieder Zeit einzukaufen, denn die Vorräte neigten sich dem Ende entgegen. „Mama, ich möchte so gerne mal wieder mit“, bettelte Carlotta. „Ich auch“, schloss sich Christian gleich an. Jasmin klammerte sich an Mamas Bein. Auch sie wollte nicht vergessen werden.

Mama dachte eine Weile nach. Schließlich sagte sie: „Okay, ihr dürft mitfahren und wir machen eine kleine Rundfahrt durch unseren Ort. Aber ihr bleibt im Auto sitzen, während ich eben ins Geschäft springe und die Sachen hole.“ Die Kinder jubelten.

Ohne dass Mama noch ein Wort sagen musste, zogen sie sich in Windeseile ihre Jacken und Schuhe an und standen keine Minute später startklar an der Haustür. „Wenn ihr so schnell auch an Schul- und Kindergartentagen wäret, wäre das ein Traum“, sagte Mama lachend.

Bei der Autofahrt sahen Carlotta und Christian gebannt aus dem Fenster. Hier und dort lief eine einzelne Person auf dem Bürgersteig, dort auch eine Mutter mit einem Kinderwagen. Aber ansonsten waren die Straßen viel leerer als sonst. In der Nähe des Einkaufladens sah man mehr Menschen. Carlotta beobachtete, wie ein Mann an einem Jugendlichen vorbeiging und ihn dabei misstrauisch von der Seite ansah.

Mama parkte das Auto so, dass die Kinder durch die Glasscheibe die Kassiererin an der Kasse sehen konnten. „Ich bin gleich wieder da. Vertragt euch!“, ermahnte sie die drei und schnappte sich ihren Einkaufskorb, um damit eilig im Geschäft zu verschwinden.

Carlotta sah ihr nach. Dann wanderte ihr Blick zurück zu der Kassiererin, die hinter einer zusätzlichen Scheibe zu sitzen schien. Die Menschen an der Kasse stellten sich alle mit Abstand zueinander an. Carlotta hatte von Mama gehört, dass die Geschäfte inzwischen mit Klebestreifen auf dem Boden markierten, in welcher Entfernung der nächste Kunde stehen durfte. Es sollte mindestens 1,50 m bis 2,00 m Abstand eingehalten werden. Jetzt rückte die Schlange an der Kasse Strich für Strich weiter nach vorne. An den Menschen, die aus dem Geschäft herauskamen fiel Carlotta auf, dass kaum ein Mensch fröhlich lachte. Sonst waren hier die Jugendlichen der benachbarten Schule in Scharen zum Einkaufen gegangen und man hatte sie in Gruppen gesehen, die lachend und herumalbernd beisammen standen. Jetzt war das anders und es fühlte sich komisch an.

Nun war Mama an der Reihe. Carlotta sah wie Mama die Waren in ihren Korb legte und bezahlte. Dann gab sie der Kassiererin etwas. Carlotta konnte nicht erkennen, was das war. Aber sie sah, wie die Frau an der Kasse ihre Mama ansah und lächelte.

Als Mama zum Auto kam, wollte Carlotta natürlich wissen, was sie der Frau da gegeben hatte. Mama erklärte: „Ich habe ihr eine Tafel Merci-Schokolade geschenkt, weil die Verkäuferinnen doch momentan diejenigen sind, die für uns alle weiterarbeiten müssen, wo viele andere von uns, sich nur um sich selbst zu kümmern brauchen. Ich wollte ihr dafür einfach einmal Danke sagen.“      

Als Mama die Einkäufe im Auto verstaut hatte, drehte sie sich zu den Kindern, die auf dem Rücksitz saßen, um und fragte: „Und wohin wollen wir nun fahren?“ „Ich möchte an dem Schulhof vorbei… Nur mal kurz vom Auto aus gucken“, rief Carlotta. „Und ich am Kindergarten“, ergänzte Christian. Jasmin war es ganz egal, die Hauptsache war für sie, mit den anderen ein bisschen Auto fahren zu können. „Also dann, alle Mann anschnallen, los geht‘s!“, rief Mama. Und so machten sie eine Rundtour durch den Ort, bevor sie mit ihren Einkäufen zurück nach Hause fuhren.       

Zuhause setzte Carlotta sich an ihren Schreibtisch und fing an ein Bild für ihren Papa zu malen. Sie fand, auch er sollte mal ein kleines Dankeschön erhalten.

 

© Margarete Reinberger

 

Idee:

Im Geschäft an der Kasse und auch auf der Straße sollen die Menschen 1,50 m bis 2,00 m Abstand voneinander halten. Nimm dir einen Zollstock oder ein Maßband. Finde Dinge in deinem Haus, die genauso lang oder breit sind. Stellt euch mal in 2 Meter Entfernung voneinander auf. Messt den Abstand mit dem Zollstock oder Maßband. Bestimmt findest du noch viele andere Dinge, die du messen kannst.

Du könntest dich durch dieses Kapitel auch anregen lassen, jemandem ein kleines Dankeschön zukommen zu lassen. Das muss auch kein fremder Mensch sein. Bestimmt freuen sich Mama, Papa, Oma, Opa oder Geschwister über eine kleine Aufmerksamkeit. Versuch‘s mal und beobachte genau, was das mit dem, der sie geschenkt bekommt, macht. Lass dir etwas einfallen. Mach jemandem eine Freude.

 

Wichtiger Hinweis:

Das nächste Kapitel erwartet dich trotz Osterferien am kommenden Montag. Vielleicht hast du ja Lust noch weiter dabei zu sein? Ich freue mich auf deine/eure Beiträge. :)

 

Charlotte (3b) und Johannes (2b)

 

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