Fred und Carlotta - 21. Kapitel

Wir leben Schule - bunt und vielfältig


21. Kapitel

Brieffreundschaft mit Oma Frieda

In dieser Zeit telefonierte Fred fast täglich mit Oma Frieda, um zu hören, wie es ihr geht. Fred spürte, wie wichtig der Oma diese Telefonate waren. Wie gerne wäre er einfach mal kurz zu ihr rüber gelaufen und hätte ihr `Hallo´ gesagt. Aber das ging ja nicht und die Oma hatte selbst entschieden, dass sie auf gar keinen Fall besucht werden wollte.

Als Fred an diesem schönen Morgen bei der Oma anrief, merkte er gleich, dass es ihr nicht gut ging: „Hallo, Oma, ich bin`s, Fred!“ „Hallo, mein Junge!“, entgegnete die Oma, aber ihre Stimme klang müde. „Wie geht`s dir, Oma?“, fragte Fred, obwohl er die Antwort in Wirklichkeit schon längst wusste. „Ach, mein Junge, es ist einsam, so ohne dich und deinen Papa. Ich telefoniere zwar fast jeden Tag auch mit meiner Freundin Trude, die im Altenheim lebt, aber sonst ist es ja sehr still um mich herum. Aber erzähl mir doch mal, was du so machst!“ Fred berichtete der Oma von den Regenbogenbildern, die er in den Fenstern der Häuser gesehen hatte und die ihm zeigten, wo überall ein Kind zuhause war. „Das ist eine sehr schöne Idee“, sagte die Oma gerührt und Fred hörte, wie sie schluckte. „Was hörst du denn von deiner Freundin Trude?“, versuchte er nun die Oma abzulenken. „Ach, für die Trude ist diese Zeit auch nicht leicht“, sagte Oma. „Wegen des Corona-Virus darf sie im Moment noch nicht einmal mehr von ihrer Tochter und den Enkelkindern besucht werden. Nur die Pfleger- und Pflegerinnen kommen. Aber selbst die tragen einen Mundschutz. Die Spielenachmittage mit den anderen Bewohnern wurden jetzt auch abgesagt. Im Essenssaal müssen sie mit 2 Meter Abstand sitzen und die Trude ist doch auch schon schwerhörig. Sie sagt, dass sie jetzt gar nichts mehr von den anderen mitbekommt. Das ist schon eine schwere Zeit für alle.“ Oma Friedas Stimme klang betrübt. Das konnte Fred gar nicht haben. Sonst war seine Oma doch immer so fröhlich und freundlich, aber diese Einsamkeit schien ihr nicht gut zu tun. Wie sollte sie auch? Menschen brauchten Menschen. Das wusste doch jedes Kind. Fred dachte nach: „Was könnte er nur machen, um seine geliebte Oma wenigstens ein bisschen aufzuheitern?“ Da kam ihm eine gute Idee: „Oma“, sagte Fred nun, „ich werde dir jetzt jeden Tag einen Brief schreiben. Den lege ich dir auf die Terrasse. Und wenn du dann in der Mittagszeit danach schaust, hast du an jedem Tag etwas worüber du dich freuen kannst.“ „Oh, das ist ja eine tolle Idee!“, meinte die Oma gerührt, dass Fred sich solche Gedanken um sie machte. „Weißt du was, Fred? Wenn du das machst, dann werde ich dir auch zurück schreiben. Einverstanden? Dann haben wir beiden ab jetzt eine Brieffreundschaft.“ Fred merkte, dass in seiner Oma die Lebensgeister wieder wach wurden. Er freute sich, dass er einen so guten Einfall gehabt hatte. Und nachdem er das Gespräch beendet hatte, setzte er sich sofort an seinen Schreibtisch und fing an den ersten Brief an die Oma zu schreiben.        

 

Liebe Oma Frieda!

 

Wie geht es dir? Mir geht es gut.

Ich freue mich schon sehr auf Ostern.

Ob der Osterhase wohl Angst vor Corona hat?

Aber das glaube ich nicht.

Wir werden es sehen.

 

Viele liebe Grüße

Dein Fred

 

© Margarete Reinberger

 

Idee:

Viele Menschen sind in diesen Tagen einsam. Vielleicht kannst ja auch du jemandem eine Freude machen, indem du ihm oder ihr einen Brief schreibst oder ein Bild malst. Vielleicht entsteht ja daraus auch für dich eine Brieffreundschaft. Wer weiß?

Natürlich kannst du auch zu diesem Kapitel wieder ein Bild malen. Ich wüsste nur zu gerne, wie du dir die Oma Frieda vorstellst. Vielleicht malst du sie, wie sie gerade mit Fred telefoniert oder wie sie sich freut, als sie den ersten Brief von Fred erhält. Ich bin gespannt. :)

 

Zurück zu Kapitel 20     Hier geht's zu Kapitel 22              

Bilder zu Kapitel 21


Login

Benutzername: Passwort: