Fred und Carlotta - 29. Kapitel

Wir leben Schule - bunt und vielfältig

29. Kapitel

Das kleine Restaurant am Ende der Straße

Zu normalen Zeiten gingen Carlottas Eltern gerne ab und zu schick Essen. Aber wenn sie mit ihren drei Kindern ausgingen, war ihr Ziel immer die kleine Pizzeria am Ende der Straße. Dort waren Kinder willkommen und es beschwerte sich keiner, wenn Jasmin mal etwas quengelte oder Christian sich nicht entscheiden konnte. Mattheo, der Chef der Pizzeria, liebte Kinder und er liebte es Späße zu machen. So setzte er sich zum Beispiel extra eine weiße Bäckermütze auf seinen schwarzen Lockenkopf, band sich eine bunte Schürze um und steckte sich einen Kochlöffel hinter das Ohr, bevor er zu ihrem Tisch kam, um die Bestellung aufzunehmen. Mattheo war auch ein geschickter Jongleur. Er wirbelte den Pizzateig im Kreis auf seinem Zeigefinger, dass es eine wahre Wonne war, ihm dabei zuzusehen oder er jonglierte mit drei Kochlöffeln, die er nacheinander in die Luft warf und wieder auffing, ohne dass ihm auch nur einer dabei zu Boden fiel. Gelernt war eben gelernt. Man spürte deutlich, dass Mattheo seine Arbeit liebte. Und sein tiefes Lachen schallte jedes Mal wohlklingend durch die Gaststube, wenn er wieder eine seiner Geschichten erzählte oder ein neues Kunststück ausprobierte.      

Bei so viel menschlicher Wärme war es nur zu verständlich, dass die Vorfreude der Kinder auf den nächsten Besuch jedes Mal riesengroß war. Hier fühlten sie sich willkommen, denn es war deutlich zu spüren:  Kinder waren hier gern gesehen.

Doch nun war es wirklich schon sehr lange her, dass sie das letzte Mal bei Mattheo waren. Carlotta kam es wie eine halbe Ewigkeit vor. Es musste irgendwann im Januar oder Februar gewesen sein.  

An diesem Wochenende wollte Papa endlich mal wieder nach Hause kommen. Im Krankenhaus war die Lage inzwischen recht ruhig und so überlegte Mama mit den drei Kindern, was sie am Sonntag gemeinsam machen wollten. „Wir könnten zu Mattheo gehen“, schlug Carlotta vor. „Da waren wir doch so lange nicht mehr“. „Das wäre eine tolle Idee. Aber du weißt ja, dass zurzeit immer noch alle Gaststätten geschlossen sind wegen Corona“, erinnerte Mama. „Aber wovon lebt Mattheo denn dann jetzt, wenn er in seiner Pizzeria nichts verkaufen kann?“, fragte Carlotta besorgt um den freundlichen Chef der Pizzeria. „Ich glaube, er verkauft nur Pizza außer Haus“, entgegnete Mama. „Also kann man bei ihm auch jetzt Pizza kaufen?“, fragte Carlotta. „Ja. Das ist überhaupt eine gute Idee, Carlotta. Vielleicht sollten wir einfach für Sonntag eine große Familienpizza bei ihm bestellen. Gerade in dieser Zeit sollte man bei den Geschäften und Restaurants des eigenen Ortes einkaufen, damit sie diese Zeit irgendwie überstehen können. Wenn die Geschäfte und Restaurants dann irgendwann wieder öffnen, werden wir froh sein, wenn es sie noch gibt.“ „Und ganz besonders unser Lieblingsrestaurant!“, ergänzte Carlotta die Überlegungen ihrer Mama.

Carlotta freute sich, dass sie so einen guten Einfall gehabt hatte und weil sie Mattheo so sehr mochte, malte sie ein Bild für den besten Pizzabäcker der Welt. Sie malte Mattheo mit der bunten Schürze und der weißen Bäckermütze. Hinter dem Ohr steckte der Kochlöffel und er war gerade dabei den Pizzateig in die Luft zu schleudern. Das Bild würde sie ihm schenken, wenn sie die Familienpizza am Sonntag abholten.

 

© Margarete Reinberger

 

Idee:

Male ein Bild von Mattheo, wie du ihn dir vorstellst oder male einen Teller mit deiner Lieblingspizza. Wenn du Pizza gerne magst, kannst du ja mit der Erlaubnis deiner Eltern selbst einmal Pizzabäcker spielen und dich dabei fotografieren lassen. Ich freue mich auf dein Foto.    

 

Zurück zu Kapitel 28    Hier geht es zu Kapitel 30    

 

Emma (3b)


Login

Benutzername: Passwort: