Fred und Carlotta - 36. Kapitel

Wir leben Schule - bunt und vielfältig

36. Kapitel

Sehnsucht nach Normalität

Es war Montagmorgen. Carlotta hatte sich wie an jedem Wochentag morgens direkt nach dem Frühstück an ihre Aufgaben gesetzt und war nun schon fertig. Ihr Papa war heute auch wieder zum Krankenhaus gefahren. Er würde aber am Abend zurückkehren. Seiner Familie hatte er erklärt, dass die Lage inzwischen sehr ruhig geworden sei und er davon ausging, dass dies sicher ein ganz normaler Arbeitstag für ihn werde. Carlottas Papa war nicht nur ein toller Arzt, der von seinen Kollegen sehr geschätzt wurde, weil man sich auf ihn hundertprozentig verlassen konnte. Er war auch ein fröhlicher Zeitgenosse, der es liebte, sich in seiner Freizeit mit Freunden zu umgeben und dem immer wieder etwas einfiel, wie er einen Tag zu einem besonderen machen konnte.

Einen wichtigen Bestandteil seiner Freizeit nahm dabei die Musik ein. Er selbst spielte Gitarre. Und zu normalen Zeiten traf er sich regelmäßig mit seinem Freund Thomas, um mit ihm gemeinsam zu musizieren. Auf diese Weise hatten sie so manche unterhaltsame Gartenparty gefeiert und auch schon bis tief in die Nacht am Lagerfeuer gesessen und gesungen. Carlotta wollte ihren Papa bei nächster Gelegenheit unbedingt fragen, wann sie das mal wieder machen könnten.

„Carlotta, bist du schon fertig mit deinen Schulaufgaben?“, rief Mama nun aus der Küche. „Ja, Mama“, antwortete Carlotta. „Gut, dann mach dich startklar. Wir müssen gleich zum Einkaufen und du kannst dann wieder mit Christian und Jasmin im Auto sitzen bleiben, während ich kurz in den Supermarkt gehe“, informierte Mama Carlotta über ihr Vorhaben. „Ach ja, die Masken“, fügte sie dann hinzu. „Wir müssen unbedingt an die Masken denken. Das Tragen von Masken ist ja ab heute verpflichtend beim Einkaufen.“ Carlotta freute sich, dass sie schon vor 9 Tagen den Gedanken gehabt hatte, Masken zu nähen. Nachdem Mama ihr gezeigt hatte, wie das funktionierte, war sie inzwischen schon ganz geschickt darin geworden. Mama musste nur noch ein bisschen helfen, z.B. dabei den Stoff zuzuschneiden und die Falten zu stecken. Aber Carlotta hatte schon einen ganzen Korb voll Masken aus den verschiedensten Stoffen genäht. „Mama, ich wollte Fred und seinem Papa auch eine Maske vorbeibringen. Können wir das noch machen, bevor wir zum Einkaufen fahren?“, fragte Carlotta nun. Fred war häufig in ihren Gedanken. Sie wollte doch unbedingt, dass auch er gut ausgerüstet ist. „Das können wir machen“, antwortete Mama. „Aber ruf ihn vorher doch noch kurz an und frag ihn, ob er wirklich welche gebrauchen kann.“ Carlotta machte es und erfuhr von Fred, dass sie noch keine Masken hätten, sondern planten, sich ihre Schals um Mund und Nase zu binden. Daher freuten sich die beiden sehr über Carlottas Geschenk. Carlotta warf ihnen die Masken in den Briefkasten, bevor sie zum Einkaufen fuhren.  

Auf dem Weg zum Einkaufen erklärte Mama ihren Kindern: „Ab heute müssen die Menschen nicht nur beim Einkaufen, sondern auch beim Bus- oder Taxifahren Masken tragen. Das ist jetzt im ganzen Land vorgeschrieben. Aber die Menschen sollten deshalb nicht leichtsinnig werden und denken, dass sie dann wieder ganz nah beieinander stehen dürfen. Nach wie vor sollen sie Abstand zueinander halten. Die Infektionszahlen sind zwar deutlich zurückgegangen, aber das Virus soll keine Chance haben, sich wieder mehr zu verbreiten.“  „Wann ist denn dann endlich alles wieder ganz normal, Mama?“, fragte Carlotta. „Ach, Carlotta, das wird wohl noch eine ganze Weile dauern und geht nur Schritt für Schritt. Schau mal, die meisten Geschäfte sind jetzt wieder geöffnet. Ab der nächsten Woche dürfen auch die Frisöre wieder öffnen. Aber auch dort wird die Maskenpflicht gelten“, erklärte Mama den Kindern, was sie über die aktuellen Entwicklungen wusste. „Und die Viertklässler sollen auch ab dem kommenden Montag wieder zur Schule gehen. Wir haben dazu einen Elternbrief bekommen und auf der Homepage der Schule steht es auch“, ergänzte sie ihre Ausführungen. „Was steht da denn?“, fragte Carlotta neugierig. „Da steht, dass die Schule jetzt langsam wieder geöffnet wird und dass sie dabei sehr auf die Hygienevorschriften achten werden. Außerdem werden die Klassen, die zur Schule kommen in kleinere Gruppen aufgeteilt. Sie schreiben auch, dass die Schüler mit dem nötigen Abstand zueinander im Klassenraum sitzen werden und jedes Kind seinen eigenen, festen Platz haben wird. Beim Raus- und Reingehen sollen auch alle auf den nötigen Abstand achten“, berichtete Mama und sie fügte hinzu: „Ich glaube Masken sind für den Hin- und Rückweg gar nicht so verkehrt. Die Buskinder müssen im Bus sowieso Masken tragen.“ „Wie gut, dass wir uns schon welche genäht haben, Mama“, stellte Carlotta zufrieden fest.

„Aber wann geht denn jetzt für das dritte Schuljahr die Schule endlich wieder los?“, dachte Carlotta laut nach, ohne von ihrer Mama eine Antwort zu erwarten. Sie wusste ja, dass sich in der letzten Zeit die Entscheidungen täglich ändern konnten und alle viel Geduld haben mussten. Trotzdem sehnte sie sich danach, endlich wieder mit ihren Klassenkameraden zusammen zu sein, auch wenn das wegen Corona anders wäre als vorher. Man wurde ja schon bescheiden. Nur mal wieder ein bisschen Normalität im Klassenzimmer, auch wenn jeder alleine an einem Tisch sitzen würde und sie nicht wie gewohnt zusammen stehen dürften. Sich leise etwas zuzuflüstern wäre ja ganz sicher auch noch eine ganze Weile nicht erlaubt. Gespräche würden auf Distanz laufen… Wie sehr sehnte sich Carlotta nach Normalität… Sie würde ihren Papa mal fragen, was der wohl meinte, wann dieses Virus endlich besiegt wäre. Der konnte ihr das als Arzt bestimmt genauer erklären.                     

 

© Margarete Reinberger

 

Idee:

Informiere dich über die neuen Regeln, die ab dieser Woche gelten. Wenn ihr eine Zeitung zuhause habt, dann schau doch mal, ob du eine Collage erstellen kannst, auf der alle wichtigen Informationen im Zusammenhang mit Corona stehen. Wähle solche Informationen aus, die für dich als Kind wichtig sind, z.B. Wie wäscht man richtig seine Hände? Was müssen die Schüler, die demnächst wieder zur Schule gehen beachten? usw.

Oder fertige eine Skizze von einem Klassenraum an, in dem die Kinder nur auf Abstand und jeder an seinem Einzeltisch sitzen muss. Denke daran, dass dann auch nicht mehr als 15 Kinder in einem Raum sind. Wie sähe ein solcher Klassenraum dann wohl aus? Zeichne einen Sitzplan.

Wie immer freue ich mich auch über ein schönes Bild zu diesem Kapitel, gerne auch ein Foto von dir mit deiner Maske, wenn du schon eine besitzt.        

  

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Emma (3b)

 

 

Maya (3b)


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