Fred und Carlotta - 37. Kapitel

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37. Kapitel

Fred im Autokino

Ein Auto-Kino war etwas ganz Neues für Fred. Heute Abend war der große Tag, an dem er sein Geburtstagsgeschenk einlösen würde. Auch für Papa schien dies ein besonderer Tag zu sein. Voller Vorfreude erzählte er beim Frühstück, dass er als junger Mann mal in einem solchen Kino gewesen war. Allerdings waren in den letzten Jahren Auto-Kinos fast ganz von der Bildfläche verschwunden. Erst dadurch dass in Corona-Zeiten Theater- und Kinobesuche nicht mehr erlaubt waren, waren in vielen Orten Auto-Kinos wieder wie Pilze aus der Erde gewachsen. Die Kino-Betreiber hatten auf diese Weise einen erlaubten Weg gefunden wenigstens etwas Geld mit der Vorführung von Filmen zu verdienen, auch wenn das fast nichts im Vergleich zu den gewohnten Einnahmen war. 

Der Tag schien heute im Schneckentempo zu vergehen. Wie gut, dass Fred noch ein paar Schulaufgaben zu erledigen hatte und sie außerdem noch einkaufen mussten. So wurde das Warten auf den Abend nicht ganz so unerträglich.

Am Nachmittag forderte Papa Fred auf, sich noch ein bisschen auszuruhen, weil es heute Abend einmal etwas später werden würde. Fred fragte sich allerdings, wie man sich ausruhen sollte, wenn man innerlich schon total aufgeregt war. Trotzdem folgte er brav Papas Anweisungen und legte sich ein bisschen auf sein Bett. Er griff nach dem Buch, das er zusammen mit einigen Süßigkeiten am Ende der Schnitzeljagd unter einem Busch in Oma Friedas Garten gefunden hatte. Aber anstatt zu lesen dachte er darüber nach, was das doch für eine tolle Geburtstagsüberraschung gewesen war, die Carlotta ihm da bereitet hatte. Fast eine Stunde hatte er gebraucht, um den Schatz zu finden, so viele Hinweise hatte Carlotta für ihn versteckt. Fred träumte noch vor sich hin, als Papa ihm zurief, dass es Zeit sei, sich fertig zu machen und vorher nochmal zur Toilette zu gehen. „Man darf das Auto im Auto-Kino nicht verlassen und die haben dort auch keine Toiletten“, erklärte Papa. Dann packte er eine warme Decke, Chips und Getränke ein. „Lass uns jetzt schon losfahren. Die weisen den Autos die Plätze einfach in der Reihenfolge des Kommens zu. Vielleicht haben wir dann Glück, dass wir einen besonders guten Platz bekommen“, gab Papa zu bedenken. So fuhren sie früh los, denn der Einlass sollte ab 19.30 Uhr beginnen.

Am Eingang des großen Parkplatzes, der jetzt ein Auto-Kino war, hingen große Werbeplakate, auf denen verschiedene Filme dargestellt waren, die hier in der nächsten Zeit gezeigt werden sollten. Die Kinobesucher wurden von Parkeinweisern in Schutzkleidung eingewiesen. Um überhaupt auf den Platz gelassen zu werden, musste Papa am Eingang mit seinem Handy den QR-Code vorzeigen, den er bei der Bestellung der Karten zugesandt bekommen hatte. Papa hatte gelesen, dass er dafür die Scheibe auf keinen Fall herunterkurbeln durfte. Die Besucher sollten den Code durch die geschlossene Scheibe ihres Autos vorzeigen und ein Mitarbeiter scannte ihn dann ein. Danach gab ihnen ein weiterer Mitarbeiter Zeichen, wohin sie fahren sollten. Sie hatten Glück, denn von ihrem Parkplatz aus konnten sie die riesige Leinwand richtig gut sehen. Nun hieß es das Autoradio auf die angegebene Frequenz einzuschalten. „Hoffentlich hält die Batterie das aus. Nicht dass wir nach dem Kinobesuch nicht mehr nach Hause fahren können“, gab Fred zu bedenken. Papa beruhigte ihn: „Die Batterie ist noch ziemlich neu. Die muss das aushalten.“ Da einige Autos ihr Licht nicht ausschalten konnten, wenn sie das Radio eingeschaltet hatten, gingen die Parkwächter durch die Reihen und deckten die Scheinwerfer bei solchen Autos ab. Nun mussten sie auf die Dämmerung warten, damit das Bild auf der Leinwand gut sichtbar wurde und der Film starten konnte. Papa kramte die Chips und Getränke heraus. Fred kurbelte die Rückenlehne seines Sitzes etwas nach hinten und machte es sich gemütlich. Wenn dir zu kalt ist, nimm die Decke!“, sagte Papa. „Trink aber bitte nicht zu viel!“, ermahnte er Fred. „Du weißt ja: Wir dürfen das Auto nicht verlassen und Toiletten gibt es hier nicht“. „Okay!“, antwortete Fred. Dann würde er lieber nur ganz wenig trinken. Es wäre doch zu schade, wenn er den Film nicht genießen könnte, weil ihm die ganze Zeit die Blase drückte. Das wollte er nicht riskieren. „Papa, können wir das Fenster ein bisschen aufmachen. Es ist doch noch so schöne Luft draußen“, meinte Fred nun. „Du darfst die Scheibe höchstens einen 5 cm breiten Spalt aufmachen. Nicht mehr“, wusste Papa. Nun gut… dann eben nicht. Die Zeit verstrich und Fred beobachtete eifrig, wie die Parkeinweiser ihren Job machten und der Parkplatz hinter ihnen immer voller wurde. So langsam verschwand die Abendsonne und es wurde dunkler um sie herum. Endlich starteten sie die Werbung vorne auf der Leinwand…dann folgte noch einmal eine Unterweisung, wie man sich zu verhalten habe. Aber Fred und Papa kannten ja schon die Spielregeln. Und dann begann endlich der Film.

Gespannt verfolgte Fred wie Mufasa, der Vater des Löwenkindes Simba, sein Reich fair und gerecht regierte. Dieser Löwe war Fred sofort sympatisch. Aber dann kam der neidische Bruder Scar ins Spiel, der Mufasa und Simba töten wollte. Fred kullerten die Tränen herunter, als der miese, schlechte Scar es tatsächlich schaffte, dass Mufasa zu Tode kam und Simba in den Dschungel fliehen musste. Er beruhigte sich erst als Simba im Dschungel Freunde fand und dort zu einem tollen, jungen Löwen heranwuchs. Währenddessen herrschte allerdings der gemeine Scar in grausamer Weise über das Land seines Vaters. Wie gerne hätte Fred diesem fiesen Kerl ordentlich die Meinung gesagt. Es tröstete ihn, dass Simba zu einem jungen, kräftigen Löwen heranwuchs, der irgendwann durch die junge Löwin Nala von der schrecklichen Herrschaft seines Onkels hörte und beschloss das Reich seines Vaters zu befreien. Fred atmete erleichtert auf, als Simba am Ende des Films siegreich zum neuen König der Löwen ernannt wurde.

Es war spät geworden, als der Film zu Ende war. Papa startete das Auto und sie verließen im Schritttempo den Parkplatz und fuhren nach Hause. Dort fiel Fred nur noch hundemüde ins Bett. „Danke, Papa“, murmelte er noch, bevor er in einen tiefen Schlaf fiel und träumte wie er selbst Freundschaft mit Simba schloss und ihm half, sich gegen den bösen Scar zu wehren.

 

© Margarete Reinberger

 

Idee:  

Kennst du den Disneyfilm „König der Löwen“? Wenn ja, könntest du Simba als König der Löwen oder eine andere Szene aus dem Film malen.

Du könntest aber auch den anderen Kindern von einem anderen schönen Kinderfilm erzählen, den du richtig gut findest. Gestalte doch ein Werbeplakat zu deinem Lieblingsfilm. Denke daran, dass der Titel des Films auf jeden Fall mit auf dem Plakat stehen sollte.

Natürlich kannst du auch ein Werbeplakat für ‚Auto-Kinos‘ entwerfen. Ich bin gespannt, was du aus diesem Kapitel machst.  

 

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Maya (3b)

 

Johanna R. (3b)

 

Emma (3b) im Autokino


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